Was ist eigentlich das Metaverse?

Metaverse – was ist das?

Vor allem ist das Metaverse in aller Munde. Konzerne wie Facebook benennen sich um, Games wie Fortnite und Roblox bieten eigene Metaverse-Erfahrungen und ganze Industrien verändern sich. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff? Ist es ein Videospiel, ein soziales Netzwerk, die Zukunft des Internets, oder etwas ganz anderes? Dieser Artikel schafft Abhilfe.

Warum heißt das überhaupt Metaverse?

Der Begriff vom Metaversum bzw. engl. Metaverse kommt aus der Science-Fiction. Im 1992 erschienenen Roman „Snow Crash“ hat Sci-Fi-Autor Neal Stephenson erstmals das Wort Metaverse benutzt und damit einem größeren Publikum bekannt gemacht.

Jahrelang dümpelten der Begriff und das Konzept Metaverse vor sich hin. Bis sich Facebook (gebeutelt von einigen Sicherheits- und Datenschutz-Skandalen) im Jahr 2021 einen neuen Firmenfokus gab und sich dabei auch einen neuen Namen gab. Im Oktober 2021 hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einem Video angekündigt, dass Facebook ab sofort Meta heißt und sich dem Metaverse widmen will.

Was genau ist dieses Metaverse?

Ist es ein virtueller Raum mit unendlichen Möglichkeiten, in den wir eintauchen können? Ist es die dystopische Zukunft des Internets? ProfTHT (eigentlich prof. Thorsten Henning-Thurau von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der City University London) schafft Klarheit:

Gibt es ein Metaverse? Nein, es gibt viele Metaversen!

Was denn, es gibt nicht nur eins davon? Ganz genau! Denn der Bergiff Metaverse ist weder markenrechtlich geschützt noch eindeutig definiert. Als Folge davon verstehen viele unterschiedliche Auffassungen und Interpretationen davon, was man unter dem Phänomen verstehen darf bzw. soll. In der Realität wird das Metaverse tatsächlich oft eher als Sammelbegriff für alle möglichen Technologien der erweiterten (augmenten) bzw. virtuellen Realität verwendet. Und analog zu den unterschiedlichen Verständnissen gibt es auch unterschiedliche Metaversen.

Meta und Horizon Worlds – Facebooks Vorstoß ins Metaversum

  • Meta: Der neue Name des Facebook-Konzerns, zu dem neben der gleichnamigen Social-media-Plattform auch Instagram, WhatsApp, der Facebook-Messenger und nun eben auch das Metaverse gehören. Unter letzterem versteht Facebook eine eigene Welt, in der User:innen (vor allem durch die Nutzung der Dienste von Meta) ein virtuelles Leben führen können.
  • Horizon Worlds: Das ist der Videospiel-Aspekt von Facebooks Metaverse (deshalb hieß es 2019 auch noch Facebook Worlds). Die virtuelle Welt kann mit einem Oculus-VR-Headset betreten und bespielt werden.

Metaverse als Game

Ist das Metaverse denn nun ein Spiel? Jein. Es gibt verschiedene Spielwelten, die teils für sich, teils in Kombination mit anderen Welten ein immersives Erlebnis ermöglichen – immersiv bedeutet, dass man sich eine solche Welt komplett eintauchen und sich teils auch regelrecht darin verlieren kann. Besonders überzeugend funkitoniert dieses Eintauchen übrigens mit VR-Geräten wie z.B. Metas Oculus-Brillen.

  • Fortnite: Ein Videospiel, das es User:innen ermöglicht, in einer fast grenzenlosen Spieleumgebung mit anderen Gamer:innen zu interagieren. Fortnite ist kommerziell sehr erfolgreich und hat es im Laufe der Jare geschafft, zahlreiche lukrative Kooperationen mit namhaften Künstler:innen und Unernehmen aus den bereichen Mode, Entertainment und Popkultur einzugehen. Beispiele sind Disney (inkl. Star Wars und Marvel Studios), Major Lazer, DC Comics und die NFL.

  • Roblox: Ein Videospiel, das es User:innen ermöglicht, selbst eigene Videospiele innerhalb eines geteilten Universums zu erschaffen. 2006 wurde Roblox in den USA entwickelt. Mittlerweile gibt es eine eigene virtuelle Währung und vielfältige Vernetzungs- und Interaktionsmöglichkeiten.
  • Second Life: Der älteste Vertreter in unserer Auflistung. Seit 2003 können User:innen in der virtuellen World ihr zweites (second) Leben ausbauen. Vor allem unter deutschen Nutzer:innen orientiert sich die Spielewelt teils stark an der Realität; statt fantastischer Welten werden tatsächlich existierende deutsche Großstädte nachgebildet. Zu den virtuellen Events gehören Konzerte, Parties, Festivals, Kunstausstellungen und Wettbewerbe, gestaltet und ausgerichtet von zahlreichen Künstler:innen, Kulturschaffenden und Interpreten. Es gibt in Second Life ebenfalls eine eigene Währung, die jedoch nicht zwingend benötigt wird.
  • Decentraland: Eine von zwei Argentiniern im Jahr 2015 gegründete Virtual-Reality-Plattform. In der virtuellen Welt können NFTs als Immobilien erworben und mit einer Kryptowährung bezahlt werden. In Decentraland fand bereits ein Metaverse-Musikfestival mit realen Musiker:innen statt; 2021 entwickelte der Staat Barbados Pläne, eine eigene Botschaft im virtuellen Raum zu eröffnen.
  • Sandbox: Ursprünglich ein in Hongkong entwickeltes und 2012 veröffentlichtes Videospiel, das mittlerweile um Metaverse-Funtionen erweitert wurde. Dazu gehören der Handel mit Kryptowährung und Partnerschaften mit renommierten Künstler:innen, Unternehmen und Investor:innen.

Metaverse als Social Experience

Zentraler Aspekt der virtuellen (Spiele-) Netzwerke ist der Austausch mit anderen User:innen, also das Soziale.Dazu gehört die Interaktion innerhalb der Welten, aber auch das Sprechen ÜBER die Welten – also passend zum Metaverse die Meta-Kommunikation. Wie auch bei “klassischen” Videospielen bieten sich hier Let’s Plays an, die über Plattformen wie YouTube oder Twitch gestreamt werden.

Metaverse als Marktplatz – Kryptowährung, NFTs und Co.

Zum sozialen Umgang gehört auch das miteinander Handeln – in vielen Fällen erfolgt das über die bereits erwähnten Kryptowährungen. Das sind digitale Vermögenswerte, deren einzelne Bestandteile (Coins oder Tokens) in einer Blockchain festgehalten werden. Der Unterschied zu klassischen Zahlungsmitteln ist, dass Kryptowährungen rein virtuell existieren. Nichtsdetotrotz können sie zum Handeln und Bezahlen für Waren und Dienstleistungen in der realen Welt wie in den verschiedenen Metaversen verwendet werden. Hier muss jedoch beachtet werden, dass nicht alle Kryptowährungen in jedem Kontext eingesetzt werden können. Manche Metaverse-Umgebungen haben eine eigene Währung, die nur innerhalb dieser Welt akzeptiert wird. Der in der Öffentlichkeit bekannteste Vertreter einer Kryptowährung ist BitCoin.

Beispiele für Metaversen mit eigenen Kryptowährungen sind

  • Star Atlas Coin (aus dem Videospiel Star Atlas)
  • Kurai Coin (aus dem Kurai Metaverse)
  • StarMon Coin (aus dem Starmon Metaverse)
  • Metahero Coin (vom HERO 3D-Technologieanbieter)

Im Zusammenhang mit dem Thema Kryptocurrency taucht immer wieder die Abkürzung NFT auf. Was hat es damit auf sich? Ein sogenanntes Non-Fungible Token ist ein eindeutiges, unteilbares und unersetzbares Token (also ein “etwas”, “Ding”), welches einen spezifischen Gegenstand repräsentiert. Das NFT selbst besteht dabei oft nur aus einem Verweis auf einen tatsächlichen digitalen Inhalt (also eine Grafik-, Audio- oder Videodatei).

Metaverse als Arbeitsumgebung

Geht es nach Mark Zuckerberg, werden wir bald keine Videokonferenzen über Zoom und Co. mehr abhalten, sondern uns zum Augmented-reality-Coworking im Metaverse treffen (genauer: in der Umgebung von Horizon Worlds). Das entsprechende Marketingvideo gibt uns einen ersten Vorgeschmack auf diese Vision. Wie die (virtuelle) Realität letzten Endes aussehen wird, bleibt aber noch abzuwarten. Nichtsdestotrotz gibt es bereits heute spannende Möglichkeiten zur digitalen und virtuellen Kollaboration – mehr dazu im Abschnitt zu den Metaverse-Tools.

Alternative zum Metaverse: Das Fediverse

Der Begriff setzt sich zusammen aus, klar, Universe, und “federation” (zu Deutsch in diesem Kontext etwa: Zusammenschluss). Gemeint ist damit ein Netzwerk voneinander unabhängiger Instanzen. Das können Websiten, Social Networks, Blogging- und Mikrobloggingdienste sein. Zentral für das Fediverse ist (für den schlechten Wortwitz an dieser Stelle) die “Dezentralität”. In Abgrenzung zu Meta und den oben genannten, in sich geschlossenen Spielwelten ist das Fediverse nicht einem bestimmten Anbieter oder Unternehmen zugeordnet oder zugehörig. Stattdessen existiert es als loser Zusammenschluss unterschiedlicher, dezentraler Akteure und Plattformen. Grundprinzip ist es, dass die einmalige Anmeldung bei einer Instanz der Förderation ausreicht, um mit Nutzer:innen aller anderen Instanzen in Kontakt terten zu können. Es werden also nicht für jede Plattform innerhalb des Fediverse eigene Benutzerkonten und -daten benötigt. Dies ermöglicht eine barrierefreiere und entgrenzte Kommunikation und Verbindung mit anderen User:innen.

Metaverse-Tools – was gibt es bei Metaverse ?

Meta- und Fediverse klingen spannend? Dann ist dieser Abschnitt für dich genau richtig! Wir stellen dir passende Tools vor. Jetzt ausprobieren und die geballte Power von digitaler Zusammenarbeit und Kollaboration nutzen!

TALK und TALK+

Virtuelle Zusammenarbeit und Vernetzung werden immer wichtiger, sei es im Privaten oder in der Arbeitswelt. Mit TALK seid ihr im Handumdrehen mit der Welt verbunden – die Solution läuft direkt im Browser, also ohne nervigen Downloads oder Installation. Die Erweiterung TALK+ erlaubt euch Videokonferenzen mit bis zu 500 Teilnehmenden.

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CAMPUS ist DIE Kollaborationsplattform im deutschen Fediverse. Die Open-Source-Lösung hat alles, was ihr für die Organisation eurer Projekte, Studienarbeiten, Arbeitsaufträge braucht:

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  • und das alles Open-Source und made in Germany

TALK und CAMPUS

Was wäre ein Fediverse ohne die Verbindung? Deshalb lassen sich TALK (bzw. TALK+) und der CAMPUS perfekt miteinander intergrieren. Damit hast du Videokonferenzen und Kollaborationstools an einem Ort, aus einer Hand. Außerdem findet ihr in unserer Wissensplattfrom MEDIA viele weitere Artikel, E-Books, Videos und Tutorials rund um Social Media, das Internet und natürlich das Meta-, Fediverse und Co.